3. Freiwillige Feuerwehr Endenich 1885
Nachdem im Jahre 1885 zwei schwere Brände die Scheunen und Stallungen des Reuterschen Anwesens und die Schreinerei Brenig, beide in der Endenicher Straße gelegen, fast ganz vernichteten, schritt der damalige Ortsvorsteher von Endenich, Reuter, zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Über 30 Endenicher Bürger traten sofort der Wehr bei. Aus Gemeindemitteln wurde eine Spritze und eine größere Anzahl Ledereimer beschafft um für den ersten Einsatz gerüstet zu sein, dem die Wehr bald aus eigenen Mitteln einen Schlauwagen mit den nötigen Schläuchen folgen ließ.
Der erste Feuerwehr-Hauptmann war Schreinermeister Pütz, dem Michael Brünker, Sattlermeister Thenée, Jos. Merten, Leonh. Mertens, Peter Küsten, Adolf Fuchs und seit 1949 Wilh. Müller folgten. Weil die erste Zeit ein Steigerturm fehlte, übte die Wehr am Gebäude der Mädchenschule, bis sie einen vorschriftsmä0igen Steigerturm auf dem Spielplatz der Mädchenschule und später auf dem Spielplatz der Knabenschule folgen ließ. Das erste Spritzenhaus der Wehr lag in der Pützgasse und ist uns alten Endenichern noch in guter Erinnerung; nach hinten heraus befand sich eine kleine Zelle mit vergittertem Fenster, in der mancher Wankelmütige und Landstreicher vorübergehend untergebracht wurde. Nach der Eingemeindung in den Jahren 1905 – 1906 wurde dann das heute (1952!!!; Anm. d. Red.) noch als Ruine stehende Depot erbaut, welches in den letzten Jahren an en Kirmestagen vom Bungardts Knoll als Tankstelle für durstige Kehlen eingerichtet wurde.
1914 hatte die Wehr eine Stärke von 50 Wehrmännern, von denen 20 Soldaten wurden, vier Wehrmänner starben den Heldentod. Die Wehr hatte sich schon kurz nach der Gründung ein eigenes Tambourkorps angegliedert, als erster Tambourmajor (Hannes) fungierte Joh. Enger "us de Bachjass", dem in den folgenden Jahren nicht minder schneidige folgten.
Vielen Wehrmännern wurde das von unserem früheren deutschen Kaiser verliehene Ehrenzeichen, welches als Spange auf der linken Brustseite getragen wurde, verliehen; ebenfalls kamen mehrere alte Feuerwehrleute in den Genuss eines Ehrensoldes, der 1929 von der Stadt Bonn an Männer gezahlt wurde, die mindestens 40 aktive Feuerwehr-Dienstjahre aufweisen konnten. Dieser Ehrensold wurde 1933 geschmälert und fiel schließlich 1934 ganz fort. Hilfsbereitschaft auf jede Art.
Im Jahre 1945 aufs neue wiederaufgerichtet. Aus den Trümmern, aus dem Chaos der Nachkriegszeit, bauten die Brandmeister Fuchs und Wilh. Müller mit Unterstützung der alten Wehrmänner eine neue, schlagkräftige Wehr. Da in Endenich so ziemlich alles abgebrannt war, was brennen konnte und die Feuerwehr nichts zu löschen hatte, beteiligte sie sich vorbildlich und zahlreich unter der Führung von Wilh. Müller an dem Wiederaufbau des Endenicher Klösterchens. Auf manchem Mauerstein liegen Schweißtropfen unserer wackeren Wehrmänner.
Wenn die Wehr auch im Augenblick (1952!!!; Anm. d. Red.) noch ohne Gerät und Depot ist, so geht doch die Ausbildung der Wehrleute zügig weiter. Möge es der Wehr und ihrem tatkräftigen Brandmeister Will Müller und dem zuständigen Dezernenten der Stadt baldigst gelingen, das zu beschaffen, war zur Sicherheit der Endenicher Bevölkerung nötig ist. Die vielen Ehrungen für 25-, 30-, 40-, 50- und noch mehrjährige Dienstzeit lassen erkennen, dass der Mann, wenn er einmal das Ehrenkleid des Feuerwehrmannes angelegt hat, es nur bei seinem Tode ablegt. (…)
Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr!
Fritz Kemmerich, 1952
Die Feuerwehr Endenich feiert am 05.09.2010 ihr 125 jähriges Bestehen mit einem großen Tag der offenen Tür rund um die Endenicher Burg.
Weitere Info's unter www.ff-endenich.de